Persönliches

Mein Motto für 2022

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Ich liebe es, Übergänge zu feiern. In diesen Lebensphasen fühle ich mich wach und kraftvoll. Dazu gehören mein Geburtstag (im Juli), der erste September (Schulanfang in Russland) und natürlich der Jahreswechsel. Das alte Jahr habe ich mit meinem Jahresrückblick 2021 verabschiedet. Und jetzt begrüße ich mit meinen wunderbaren Co-Bloggerinnen Svenja Lehmann und Katja Scalia das neue Jahr 2022. Im ersten Blogartikel des Jahres soll es um mein Motto für 2022 gehen. Warum? Ein Jahresmotto ist wie ein Anker, Ruhepol und eine Antriebskraft zugleich. Es zeigt die Richtung und erinnert an Jahresziele. Wohin soll nun meine Reise gehen?
Um diese Frage zu beantworten, mache ich zuerst die Bestandsaufnahme.

Nach meinem Jahresrückblick 2021 stelle ich mir folgende Fragen:

  • Warum konnte ich nicht alles, was ich mir vorgenommen habe, umsetzten?
  • Was ist aus meinen 36 Blogartikeln, 10 km Joggingstrecke und Videos geworden?
  • Was hat mich zurückgehalten oder abgelenkt?

Statt eine klare Antwort höre ich drei Sätze in meinem Kopf. Nach dem genauen Hinschauen wird mir klar: diese Drei begleiten mich schon eine Weile. Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen, meine Lieblingsglaubenssätze:

  1. Ich habe nicht genug Zeit.
    Das klingt doch plausibel, oder? Ich arbeitete schließlich im ersten halben Jahr 30 Stunden an der Akademie. Ich hüpfte hin und her um die Kita-Öffnungszeiten. Streckenweise übernahm ich die Kinderbetreuung gänzlich. Und ja, ich war zwischendurch am Ende. Und wenn mir überraschenderweise doch paar Stunden zur Verfügung standen, hatte ich folgenden Gedanken:

  2. Ich bin noch nicht so weit.
    Aber natürlich! Mir fehlte noch an Wissen und Erfahrung. Ich sollte zuerst dieses und jenes lernen. Noch mehr Bücher zum Thema lesen. Und am liebsten noch ein Zertifikat bekommen. Ich habe also stundenweise recherchiert und konsumiert: Reels, youtube-Videos, Blogartikel und Fachbücher. Und was passiert, wenn man nur diesen Super-Gurus zuguckt? Richtig. Es passiert rein gar nichts. Ich bin gelähmt, verängstigt und mürrisch. Ich denke, ich bräuchte noch 20-30 Jahre bevor ich auch mit Videos anfange. Und der Grund dafür ist:

  3. Es muss perfekt sein, sonst kann ich es nicht vertreten.
    Ja, dieser Satz hat’s in sich. Aber mal ehrlich: ich bin doch professionelle Schauspielerin und Stimmtrainerin, wie würde ich denn ohne professionelles Equipment da stehen? Unmöglich! Mit der Location bin ich auch nicht 100% zufrieden. Mein Friseur Termin wurde schon wieder verschoben. Und wann kaufe ich mir endlich das passende Outfit? Ach ja richtig… irgendwann, denn: Ich habe ja nicht genug Zeit!

Und dann fängt es wieder von vorne an!
„Das Karussel, das dreht sich immer rundherum“, wie ich es in meinem Theaterstück über Asta Nielsen singe.
Wie kann ich da auf die Stopptaste drücken und rausspringen?
Was blockiert mich am meisten? Und …

Wie kann ich meine Pläne für 2022 verwirklichen?

Ich schau mir die Sätze nochmal an. Denke an meine nicht erreichte Ziele für 2021. Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Genauergesagt, von den Ohren. Ich höre Schuhabsätze klackern und eine Stehkragen Bluse knirschen: Mrs. Perfect höchstpersönlich. Meine innere Kritikerin. Mein Streben nach Perfektion. Und vielleicht ein Hauch von Faulheit. Das ist es also, was mich zurückhält. Wie kann ich nun Mrs. Perfect aus dem Rampenlicht holen und meinem Schweinehund einen leichten Tritt verpassen?

In einem Schreibwaren finde ich die Lösung: Progress not Perfection. So steht es in einem wunderschönen weißen Handlettering auf einem schwarzen Cover für Haftnotizen geschrieben. Progress not Perfection. Genau das ist es! Beim Bezahlen merke ich, dass mich dieses „not“ ein bisschen stört. Ich möchte keine Negation in meinem Motto haben.

Mein Motto für 2022 soll positiv formuliert werden. Es soll mich nach vorne bringen, mir Freude beim Umsetzten schenken. Meinen Fokus darauf richten, was in meiner Macht steht. Dann schau ich mir das Handlettering nochmal an: es ist in drei Zeile aufgeteilt und „Progress“ steht genau über „Perfection“. „Progress“ is over „Perfection“. Jetzt hab ich’s! Mein Motto für 2022 lautet:

Progress Over Perfection.

Yeah! I like it! Fortschritt, Vorwärtskommen, Weiterentwicklung. Ohne Angst vor Bewertung (eigene eingeschlossen) und ohne Vergleiche (nur mit meinem früheren Ich).

Bevor ich mich mit meinem Motto ganz zufrieden gebe (Mrs. Perfect hat viele Gesichter), riskiere ich den Blick ins Wörterbuch. Und tatsächlich: „Perfektion“ (aus lat.perfectus“ entlehnt) steht unter anderem für „vollendet“, „abgeschlossen“ und „endgültig abgemacht“.

Ok, spätestens jetzt bin ich auf der emotionalen Ebene getroffen.
Nein, danke! Ich will nicht abgeschlossen oder endgültig sein.
Tschüss, Mrs. Perfect!
Mrs. Progress, darf ich bitten?


Möchtest Du Deiner Mrs. Perfekt auch Tschüss sagen?
Dann fülle dieses Formular aus und bekomme meine Impulse zum Thema Präsenz und Wirkung:

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Ich bin professionelle Schauspielerin, Stimm- und Präsenztrainerin

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