Persönliches

Auf die Plätze, Ziele, los!

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Ziele sind doch was für Langweiler!
Wer will schon dauernd das Wort „Ziele“ hören?
Vor allem im Januar! Warum muss ich mich für die nächsten zwölf Monate festlegen?
Das Leben ist doch voller Überraschungen und Abenteuer!

Das war mal jahrelang mein innerer Monolog. Ich fühlte mich auch ziemlich alleine damit. Bis ich irgendwann eine Lösung gefunden habe.

Alle Jahre Wieder

Der Dezember kommt immer plötzlich und schreit nach Reflexion.

Am Ende des Jahres gibt es für mich nichts Demotivierendes, als einen zu 1/8 gefüllten Kalender.
Denn seien wir ehrlich: Wer will schon einen Beweis dafür haben, dass etwas nicht geklappt hat.
Dass viele Sachen nicht bis zu Ende durchgezogen waren.
Und das verbliebene Potenzial (samt Kalenderblätter) nicht mehr zu gebrauchen ist?

Auf der anderen Seite, liebe ich es durch meine alten Notizbücher und Kalender zu durchwühlen.
Ich sehe da einzelne Momente meines Lebens, die ich sonst vergessen hätte. Ich begegne dort meinem früheren Ich. Beim Überfliegen meiner eigenen Einträge versuche ich zu verstehen, welche Entscheidungen mich dorthin gebracht haben, wo ich jetzt bin. Und ob es unter Umständen anders gelaufen wäre.
Wenn ich einen Plan hätte.

Das Plangsthase Phänomen

Einen Plan? Oh Hilfe! Das ist doch nichts für Plangsthasen!
Weißt Du wovon ich schreibe? Um das Plangsthasen Phänomen zu verdeutlichen, gebe ich Dir zwei Beispiele:

  1. Kaum hat jemand das Wort „Plan“ gesagt, wirst Du vom Schüttelfrost überfallen.
    Du siehst dann einen Büroangestellten aus den 80gern, der monochron eine Aufgabe nach der anderen abarbeitet. Ohne den Sinn seiner Arbeit zu hinterfragen. Der um punkt 17:00 Uhr nach Hause geht. Und im Sommerurlaub immer zum gleichen Ort fährt. Quadratisch. Praktisch. Gut. Du machst alles Mögliche, um nicht genauso zu werden. Und kreuzt alle Pläne durch. Oder:
  2. Du hast eine Freundin, die sich mit Dir an einem Freitag in genau 3 Monaten verabreden möchte.
    Du spürtst ein leichtes Ziehen im Bauch, hältst kurz die Luft an und sagst: Ich schau mal in meinem Kalender nach. Dein inneres Team bombardiert Dich gleichzeitig mit Fragen: Wie kann ich garantieren, dass mir da nichts dazwischen kommt? Vielleicht werde ich zu einem wichtigen Event eingeladen?
    Oder ich bin gar nicht in der Stadt, weil ich mir spontan paar Tage frei nehmen würde?

Kommt Dir das bekannt vor?

Dann hast Du definitiv ein paar Plangsthasen Anteile in Dir.
Was den anderen Sicherheit und Ruhe verspricht, löst in Dir Unbehagen aus.
In extremem Fällen hast Du so viel Angst vor Planung, dass Du wie ein Hase zitterst, sobald es um Jahresziele geht.

Typische Plangsthasen Strategie

Damit ein Plangsthase nicht aus dem Gleichgewicht kommt, versucht er seine Spontanität und Flexibilität zu bewahren. Und zwar um jeden Preis. Er wird dafür geliebt und bewundert.

Doch irgendwann fangen die anderen an, den Plangsthasen miteinzuplanen.
Und Entscheidungen für ihn zu treffen.
Fremdbestimmung, Anpassung und Unmut treten als Begleiterscheinungen auf.

Und dann werden Sachen gemacht, die man gar nicht machen wollte.
Versprechungen abgegeben, die nicht gehalten werden.
Der Blick in den Spigel wird vermieden.
Netflex, Alkohol und Schokolade werden zu besten Freunden.

Du merkst, ich kann ein ganzes Plangsthasen Lied davon singen.
Die Fragen, die mich damals gerettet haben, waren:

Was will ich eigentlich?
Was interessiert mich?
Worauf bin ich neugierig?

Und:

Wenn ich mein Leben nicht dem Zufall überlassen möchte, was brauche ich dann?

Neue Perspektive

Als ich 2020 große Veränderungen erfahren durfte, war „Die Bulletjournal Methode“ von Ryder Carroll mein Fels in der Brandung. Das Buch mit dem Untertitel „Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft“ bietet viele Übungen. Und ja, Ziele, Pläne und Selbstreflexionen kommen da auch nicht zu kurz vor!

Eine Übung hat meine Perspektive, was Ziele betrifft, um 180 Grad verändert.

Zuerst lernte ich Ziele genau zu formulieren
(Ich will einen gesunden Körper haben, damit ich mich wohlfühle und viel Energie habe)
und diese von Pseudo-Zielen
(Ich will 10 kg abnehmen)
oder reaktionären Zielen
(ich will mich zum Marathon anmelden) zu unterscheiden.

Alle sechs Monate schaue ich mir meinen geistigen Fundus an:
Woran arbeite ich, woran sollte ich arbeiten, woran möchte ich arbeiten?

Danach mache ich die 5-4-3-2-1 Übung:

Meine Lieblingsziele

Hier kommt die 5-4-3-2-1 Übung.
Machst Du mit? Du brauchst ein Notizbuch (aka Bulletjournal) und Deine Lieblingsstifte.
Auf die Plätze, Ziele, los!

Ich nehme dafür eine Doppelseite meines Notizbuches.
Links wird es um meine persönlichen Ziele gehen.
Meine beruflichen Vorhaben finden rechts Platz.

Von unten nach oben schreibe ich 1 bis 5. Jede Zahl steht für einen Zeitraum:

  • 1 für 1 Stunde
  • 2 für 2 Tage
  • 3 für 3 Wochen
  • 4 für 4 Monate
  • 5 für 5 Jahre

Dabei unterscheiden wir zwischen
– kurzfristigen Zielen (1 Stunde 2 Tage)
– mittelfristigen Zielen (3 Wochen – 4 Monate) und
– langfristigen Zielen (5 Jahre)

Vielleicht merkst Du bereits den Unterschied zu gänglichen Methoden?

Ziele 1 bis 3 schreibe ich auf Post its, damit ich meine Vorlage (oder Collection wie Ryder Carroll es nennt) in den nächsten Monaten wieder verwenden kann.

Ziele 4 und 5 schreibe ich direkt rein. Und schaue mir diese mindestens 1 Mal pro Woche an.
Im turbulenten Alltag hilft es mir meinen Fokus zu behalten. Und Spreu von Weizen zu trennen.
Ich bleibe spontan, flexibel und kreativ. Und gestalte aktiv mein Leben.

(Ich empfehle Dir wärmstens mit dem Buch von Ryder Carroll zu arbeiten, wenn Du Unterstützung mit Deinen Zielen brauchst)

Auf die Ziele!

Jedes Mal, wenn ich ein Ziel erreiche, fühle ich mich überglücklich.
Mein Sellbstwertgefühl wird gestärkt.
Und dann kann ich allen Unannehmlichkeiten gelassen gegenübertreten.

Durch meine Ziele bin ich mit mir selbst verbunden.
Ich bin mir im Klaren, was ich will und habe keine Angst auch mal „Nein“ zu sagen.
Ich gebe den Ton an und be-Stimme somit über mein Leben.

Ich bin professionelle Schauspielerin, Stimm- und Präsenztrainerin

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